Schwarz-Rot
Kurze Nachrichten
Tarifverhandlung, pakistanische Art:
Tuesday, 17. August 2010

Tarifverhandlung, pakistanische Art: Gewerkschaftsvertreter erschossen

Der 35-jährige Mustansar Randhawa war in mehreren Distrikten des Punjab ein gut bekannter Organisator der Beschäftigten in Textilfabriken - etwa 250.000 Kleinbetriebe der Branche gibt es in der Provinz, in denen ungefähr 600.000 ArbeiterInnen beschäftigt sind - mit 10-12 Stundenschichten und unterhalb des gesetzlichen Mindestlohns. Das Labour Qaumi Movement, von Randhawa mitbegründet war ein relativ neuer, großer und erfolgreicher Versuch die Menschen, die gezwungen sind, unter solchen Bedingungen zu arbeiten, zu organisieren. Am 5. Juli war Streiktag, am selben 5. Juli gab es ein erstes Treffen mit Unternehmensvertretern an dem Randhawa teilnahm, und am Vormittag des folgenden Tages gab es ein Treffen mit Streikenden, um sie über den Stand der Dinge zu informieren - danach, als er zusammen mit seinem Bruder den Ort des Treffens verliess, am 6. Juli gegen Mittag, wurde Mustansar Randhawa auf der Straße von einem unbekannten Mann erschossen - dieser schoss mit einem Gewehr aus einem Auto, das von einem zweiten Mann gefahren wurde - beide Brüder starben am Ort. Die Gegend, in der der Mord stattfand, ist als gefährlich bekannt - und Randhawa hatte verschiedentlich von eindeutigen Drohungen seitens der Unternehmer berichtet. Nach dem Mord setzten die Belegschaften ihren zunächst wegen der Verhandlungen ausgesetzten Streik fort und fordern dabei nun vor allem eine unparteiische Untersuchung des Falles. Die asiatische Menschenrechtskomission hat am 8. Juli 2010 einen "dringenden Appell" veröffentlicht "A trade union leader and his brother are murdered during strike negotiations" (dessen Schilderung der Sachlage wir hiermit zusammengefasst haben), der auch einen Muster-Protestbrief enthält, sowie die verschiedenen Adressen dafür.

Mehr lesen (www.labournet.de)

 
Allgemeinverbindliche Tarifverträge
Tuesday, 17. August 2010

Allgemeinverbindliche Tarifverträge - Mindestlöhne, wenn man denn davon wüsste...

Gesetzliche Mindestlöhne geben seit Jahren im berliner Politzirkus einen beliebten Anlass für Hau-den-Lukas-Einlagen ab. Das christliche Abendland und seine freiheitlich-demokratische Wirtschaftsordnung sind demnach schon bei 7,50€/h in höchster Gefahr. In acht Branchen gibt es derzeit Mindestlöhnchen per Arbeitnehmerentsendegesetz - doch das Verzeichnis der allgemeinverbindlich erklärten Tarifverträge weist über 450 Einträge in 18 Branchen aus. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales kann nach § 5 Tarifvertragsgesetz einen Tarifvertrag unter bestimmten Voraussetzungen für allgemeinverbindlich erklären oder dieses Recht auf die oberste Arbeitsbehörde eines Landes übertragen. Wird ein Tarifvertrag für allgemeinverbindlich erklärt, müssen sich auch die nicht einem Arbeitgeberverband angehörigen Betriebe daran halten.

Mehr lesen (www.fau.org)
 
Repression in Flensburg
Wednesday, 28. July 2010
 # Prozess nach Übergriff auf Flensburger Hausprojekt im Dezember 2008 endet mit einer Einstellung (gegen Bußgeld)

# Vor dem Prozess durchsucht die Polizei Räumlichkeiten bei einem der Angeklagten, der in dem Hausprojekt wohnt

# Dabei wird ein Aufkleber Motiv von dem anarchistischen Mailorder 'black mosquito' kriminalisiert

Der Prozess

Im Dezember 2008 überfiel die Flensburger Polizei eine Party in dem Wohnprojekt Senffabrik. Dabei wurden einige Leute verletzt und schlussendlich 3 Personen angeklagt – wegen Widerstand und Beleidigung.Genau wie der Überfall ist der nachfolgende Prozess eine Farce gewesen um linke Strukturen in Flensburg zu kriminalisieren und zu schwächen. Der Polizeipräsident hatte in einem Schreiben an die Staatsanwaltschaft eine Verurteilung gefordert, da er den Angeklagten ein 'ganz erheblich über das übliche Maß hinausgehendes fehlendes Unrechtsbewußtsein' unterstellte.
Details zu dem Übergriff können in dem Flyer 'Cum on – Feel the Noize' und in der Prozesserklärung nachgelesen werden.

Der Prozess an sich verlief ziemlich ruhig. Ungefähr 25 Beobachter_innen waren zum Prozess gekommen um die Angeklagten zu unterstützten.
Nach dem der erste der beiden Zeugen (beides Polizisten) verhört wurde, beschloss das Gericht schon, dass es heute nicht mehr zu einem Abschluss kommen könne. Durch einen Vorschlag des Anwalts und der Anwältin der Beklagten wurde dann allerdings eine Einstellung des Verfahrens gegen ein Bußgeld von je 360 Euro erreicht.
Die Angeklagten und ihre Unterstützer_innen sehen in diesem Urteil in sofern einen Erfolg, als dass dadurch der Forderung der Polizei nach Verurteilung eine Absage erteilt wurde.
Weiterhin konnten durch das Ausfragen des einen Zeugen immerhin noch einmal deutliche Zweifel an der Geschichte der Polizei geweckt werden.
Weiter …
 
Don't Get Caught in a Bad Hotel
Monday, 21. June 2010
10. Mai 2010 --- A flashmob infiltrates the Westin St. Francis hotel in San Francisco and performs an adaptation of Lady Gaga's song "Bad Romance." The event was organized to draw attention to a boycott called by the workers of the hotel who are fighting to win a fair contract and affordable healthcare. Lesbian Gay Bisexual Transgender Queer activists put the song and dance together as a creative way to tell the hundreds of thousands of LGBTQ people from all over the country coming to San Francsico in June for Pride to stay out of the boycotted hotels.
 
Urteil gegen Totalverweigerer aus Flensburg
Monday, 21. June 2010
Am 17.06. stand Jan-Patrick nun wegen seiner totalen Kriegsdienstverweigerung in Strausberg vor Gericht.

Er wurde 2008 zum Wehrdienst eingezogen und hatte dann konsequent jeden Befehl verweigert. Von aussen wurde er in dieser Zeit durch eine soligruppe unterstützt.
Nach 42 Tagen im Bundeswehrarrest (Einzelzelle, 23 Stunden am Tag) wurde er aus der Bundeswehr entlassen. Da das nicht befolgen militärischer Befehle aber für Soldaten eine Straftat darstellt, wurde er nun auch noch mit einem zivilem Prozess belästigt.Wie die Staatsanwaltschaft in Strausberg schön offenlegte, geht es dabei um die Erhaltung der ‚Disziplin‘ und zudem habe das nicht-befolgen von Befehlen, das Potential ‚Menschenleben zu gefährden‘. Kurz gesagt: der Kadavergehorsam muss bis zuletzt befolgt werden.
 
 
Kampf der Vahed-Bus-Gewerkschaft im Iran
Tuesday, 15. June 2010

Saeed Torabiab, Vorstandsmitglied der Gewerkschaft des Teheraner Busbetriebes (Vahed-Busgesellschaft) wurde verhaftet! 

„Saeed Torabian, Vorstandsmitglied der Gewerkschaft des Teheraner Busbetriebes wurde frühmorgen am 9. Juni in seiner Wohnung verhaftet und nach unbekannten Ort verbracht. Es ist zu erwähnen, dass die Geheimdienstbeamten seinen Computer und Handy mitgenommen. Nach Ermittlungen der Vorstandsmitglieder der Vahed Gewerkschaft und der Familie von Saeed Torabian liegt keine Informationen über Haftsort vor. Saeed torabian war zwei mal während des Streiks der Vahed-Busgesellschaft verhaftet. Er war über 1 Monat inhaftiert. Er wurde für 4 Jahre vom Dienst suspendiert, und seine Löhne wurden nicht gezahlt. Er durfte nach ein langer Prozess wieder seine Arbeit bei der Vahed-Busgesellschaft aufnehmen, wobei Mansour Ossanlou und Ebrahim Madadi, zwei weitere Vorstandsmitglieder im Ewin- Gefängnis und im Rajaee Shahr Gefängnis inhaftiert sind. Die Vahed Gewerkschaft verurteilt die Verhaftung von Saeed Torabian und andere Vorstandsmitglieder, und fordert die bedingungslose Freilassung aller Mitglieder der Vahed Gewerkschaft und aller Gefangenen, die für ihre Rechte kämpfen. Gewerkschaft des Teheraner Busbetriebes und Umgebung (Vahed-Busgesellschaft)9. Juni 21010“ Mail an die Redaktion des LabourNet Germany vom 11.06.201.

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FAU Berlin gewinnt vor Gericht!]
Thursday, 10. June 2010

Wir haben gewonnen!


Beim Kammergericht wurde die Revision zu unserem Verbot verhandelt - und damit die Einstweilige Verfügung AUFGEHOBEN!!!


Das bedeutet, dass die FAU Berlin sich wieder Gewerkschaft nennen darf.


Der Richter begründete das Urteil, das schon verkündet wurde, vor allem damit, dass es unter die Meinungsfreiheit fällt, sich als Gewerkschaft zu bezeichnen. Die genaue Urteilsbegründung folgt schriftlich.


Von den Verfahrenskosten müssen wir einen noch nicht genau bezifferten Teil bezahlen. (dass wir uns überhaupt an den Kosten beteiligen müssen, liegt daran, dass die Einstweilige Verfügung aus zwei Teilen bestand. In dem anderen Teil ging es darum, dass wir nicht behaupten sollen, dass den Beschäftigten die Schichten gekürzt werden. Diesen Punkt hat das Gericht nicht entschieden, weil ihnen die Begründung nicht ausreichend erschien.)


Wir danken Euch für all die Unterstützung in den letzten Monaten!


Mit solidarischen Grüßen
FAU Berlin

 
[Tr.Kurdistan] Demos und Strassenschlachten
Wednesday, 9. June 2010

POLIZEI GREIFT DEMONSTRATION IN GEVER/YÜKSEKOVA AN

In Gever demonstrierten Tausende am 08.06. gegen die Operationen des türkischen Militärs und die Polizeiangriffe. Die Demonstrant_innen, unter ihnen viele Aktivist_innen der linken, kurdischen BDP demonstrierte unter der Parole „Entweder ein freies Leben, oder ein machtvoller Widerstand.“ In Redebeiträgen wurde darauf eingegangen, dass Abdullah Öcalan, statt als Gesprächspartner akzeptiert zu werden. Verschärfte Haftbedingungen bekommen hat, dass über 1500 kurdische Politker_innen in Haft sind, dass Kinder zusammengeschlagen und verhaftet werden und die kurdische Politik einem Verleugnungs und Vernichtungssystem gegenüber steht. Der BDP Kreisvorsitzende Hüsnü Bulda erklärte weiter, dass alleine die AKP, die mit diesen Maßnahmen den Kurd_innen den Krieg erklärt hat, für die weiteren Entwicklungen und möglichen Toten verantwortlich ist: „Niemand soll glauben, dass die Kurd_innen sich noch einmal beugen oder aufgeben werden. Denn die Kurd_innen können sich nun selbst verteidigen. Bezüglich der kurdischen Frage ist der Vorsitzende der PKK Abdullah Öcalan der Ansprechpartner, unsere Abgeordneten die durch aus Panzern abgeschossenen Wasser getötet werden sollten sind die Ansprechpartner_innen.“

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